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Klassische Hundeschulen versus

Tierpsychologie (Teil1)

Inhaltsverzeichnis  

Teil 1 - Vorwort

Im nachfolgenden Beitrag erlaube ich mir als “hündischer” Tierpsychologe unser Hundeschulen-System in Frage zu stellen. Es geht mir darum, die Trugschlüsse in der Hundeerziehung aufzuzeigen und nicht darum Personen zu diskreditieren - aber es sei mir erlaubt, meine konträren Erfahrungen aus 6 jähriger Rudelarbeit aufzuzeigen, gerade weil mein Leithunde-Rudel sämtliche menschlichen Theorien fast täglich widerlegt - immer und immer wieder... In diesem Beitrag hinterfrage ich das heutige Hundeschulen-System kritisch und zeige auf, wie sehr wir bei der klassischer Arbeitsweise aufpassen müssen, dass der Hund sich nicht gleich wieder im Rang über uns stellt. Insbesondere wird das passive Kontrollverhalten erläutert, über welches sie wohl bisher noch nie etwas lesen durften, obwohl es zu den wichtigsten Punkten gehört, wer der Chef von wem ist. wenn wir uns einen Hund anschaffen möchten, sollten wir uns folgende Fragen stellen: Beratung vor dem Kauf: welcher Hund passt zu mir (dieser Punkt wird oft vergessen)   Vorschriften aus Gesetzgebung (SKN-Kurse, Rasselisten, Leinenpflicht, etc.) Soll ich mit meinem Hund in eine Welpen-Spielstunde?      Welches sind die optimalsten Trainingsmethoden für meinen Hund Welches ist die beste Hundeschule, bzw. der/die beste Hundetrainer oder Hundetrainerin Anfänglich sind Hunde (als Welpe) meist noch so süss und knuddelig. Warum sollten wir uns da schon um die optimalsten Trainingsmethoden oder gar um Tierpsychologie kümmern, wenn wir (noch) überhaupt keine Probleme haben??? Haben wir dann mit der Zeit immer grössere Probleme, unseren Hund zu kontrollieren, so machen wir uns dann erst auf die Suche nach einer guten Hundeschule. Wir stellen fest, dass wohl selten ein Thema so kontrovers diskutiert wird, wie die Hundeerziehung. Das vom Menschen geschaffene Angebot ist mittlerweile so immens wie unsinnig und es geht dabei - je länger umso mehr - vorwiegend um riesige Geldmengen, die die Hunde-Industrie verdienen möchte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass SKG & Co. noch nicht verstanden haben, was Cesar Millan und Maja Nowak machen. Besonders Cesar Millan wird wohl so sehr bekämpft, weil er sämtliche deren vermenschlichten Theorien nicht nur hinterfragt, sondern sie mit seinem Rudel auch gleich immer und immer wieder widerlegt - genauso wie es meine Leithunde im Zentrum tun. Die meisten Videoclips in denen Cesar Millan kritisiert wird, sind nun fast 10 Jahre alt und auch Cesar hat sich weiterentwickelt und arbeitet heute viel mehr mit Blickkontakt und Körpersprache als mit Techniken. Und mal ehrlich - alle die ihn für seine Techniken beim Resozialisieren von aggressivsten Hunden kritisieren, hätten dem Hund nicht helfen können, dem Cesar wenigstens eine Chance geben konnte. Auch ich war nicht mit all seinen Arbeitsmethoden einverstanden und man vergisst manchmal, dass Cesar Millan schlussendlich auch nur ein Mensch ist, der selbst eine sehr schwierige Zeit hinter sich hatte (Scheidung) und in solchen Situationen selbst auch Fehler machen musste, da seine Energie in diesem Moment auch nicht stimmen konnte. Warum liegen wir (nicht nur) bei Hunden oft falsch? Auch wenn wir aus menschlicher Sicht immer eine Erklärung finden, warum sich der Hund gerade so verhält, so liegen wir leider immer zu fast 100% falsch. Die Erklärung ist so simpel wie einleuchtend: Der Hund kann gar nicht so denken wie wir... Deswegen stelle ich heute sämtliche menschlichen Techniken und Theorien von Hundeexperten in Frage (ausser diejenigen von Maja Nowak und Cesar Millan), denn auch hier bekommen wir immer eine Antwort, auch wenn es nur ganz selten die Richtige ist. Die menschlichen Fehlinterpretationen führen nie dazu, dass sich Mensch und Hund besser verstehen, bzw. dass diese von uns gewünschte Bindung entstehen könnte. Der Mensch - als höchste Spezies dieses Universums - glaubt über alles bestimmen zu können und alles zu wissen. Wir rechtfertigen unsere Theorien durch wissenschaftliche Studien oder ähnliches und brüsten uns mit Zertifikaten. Wir vergessen dabei aber immer wieder, dass die geschaffene Natur bereits perfekt ist und dass wir uns beim Thema Hunde-Erziehung wohl besser an ihr orientieren würden, als an menschlichen Theorien/Techniken. Diese Theorien werden von meinen Leithunden im Rudel fast tagtäglich widerlegt... Leithunde sind und bleiben die besten Hundetrainer! Wir können uns kaum vorstellen, wie subtil die Kommunikation bei Hunden funktioniert und wie rasch dass man dabei Fehler machen kann, besonders diejenigen, die es besonders gut meinen oder alles richtig machen wollen, machen die Meisten und Grössten Fehler aus Sicht des Hundes. Dies versuche ich im folgenden Beitrag aufzuzeigen. Bei allfälligen offenen Fragen kontaktieren sie mich bitte ungeniert!

Welpen-Spielstunde

Es wäre extrem wichtig für die heranwachsenden Junghunde, dass sie möglichst viel Kontakt zu fremden Artgenossen pflegen können und ihr Sozialverhalten weiterentwickeln können. Der Ausbildner von der Schäferhunde-Polizeihunde-Staffel hatte es bei einem Seminar auf den Punkt gebracht: Lieber keine Welpen-Spielstunde als eine schlechte... Früher hatte ich an dieser Stelle eine Hundeschule vorbehaltslos empfohlen, die es mit Welpen sehr gut macht. Leider nützt uns auch die beste Welpenspielstunde nichts, wenn dort der Hund nicht als Leithund erkannt wird und man dann einfach im klassischen System weiter “wurstelt”. Hundehalter von Leithunden sollten sich bereits von Anfang an um die Psyche des Hundes kümmern (Hundesprache erlernen), anstatt klassisch zu konditionieren, denn Leithunde lassen sich nicht konditionieren... Welpen-Spielstunde verpasst? Entgegen allen menschlichen Theorien, welche behaupten, dass man die verpasste Welpenspielstunde nie mehr nachholen könne, hat mein Rudel bereits mehrmals bewiesen, dass es die Fähigkeit dazu sehr wohl hat!

Klassische Hundeschulen (Vorwort)

Damit die vom Gesetzgeber vor Jahren beschlossenen Massnahmen zur “Reduzierung von Hundeproblemen” umgesetzt werden konnten (so hatte sich der Gesetzgeber dies allenfalls vorgestellt...), mussten SKN-Experten in grosser Zahl aus dem Boden gestampft werden. Ja, sie wucherten teilweise wie Pilze aus dem Boden. Bei der Ausbildung zum Tierheimbetreuer, zu der ich vom Gesetzgeber nach 4jähriger Rudel-Tätigkeit noch gezwungen wurde, hatte man mir gelernt, dass das was ich damals schon seit 4 Jahren betrieben hatte (Rudelhaltung) gar nicht möglich sein sollte. Ja, ich musste am Schluss sogar Fragen falsch beantworten (aus meiner Sicht), damit sie von den Experten als richtig gezählt wurden (z.B. dass Futterbeschäftigung im Rudel gefährlich sein soll und somit nicht zulässig). Ich war an dieser Schnellbleiche zusammen mit den angehenden SKN-Experten. Es war für mich erschreckend festzustellen, was für “Experten” auf Hundehalter mit sogenannten “Problemhunden” losgelassen werden. Es reicht leider nicht, Hunde über alles zu lieben, um ihnen dann auch helfen zu können... Und mal ehrlich - einen Test mit 50 Fragen nach dem Multiple-Choice-System, wo bei jeder Frage drei Antworten zur Verfügung standen und nur eine davon richtig sein konnte, mit einer erlaubten Fehlerquote von 20% (10 Fragen), würden wohl 80% der Teilnehmer mit etwas gesundem Menschenverstand diesen Test auch ohne die vorgängige Ausbildung bestehen und dieses begehrte Zertifikat erhalten. Natürlich war die vorgängige Ausbildung Pflicht, damit man zum Test zugelassen wurde - nicht dass es etwa Missverständnisse geben könnte. Ein schönes Beispiel, dass dieser “Fackel” von SKN-Experten nicht unbedingt viel wert sein muss. Ich biete aus Überzeugung keine SKN-Kurse an, weil ich zu 100% nicht dahinter stehen kann, gerade weil der Ansatz komplett falsch ist. Solange der Gesetzgeber weiter auf SKG & Co. hört, wird sich daran auch nichts ändern... Hier ein Beispiel (unter vielen): Mich hatte eine Hundehalterin aus dem Kt. Basel um Hilfe gesucht, weil ihr Hund von einer SKN-Expertin (fälschlicherweise) als “aggressiv” eingestuft wurde. Es handelte sich dabei um eine sehr verantwortungsbewusste Frau, die einen Dalmatiner aus einer Tötungsstation aus dem Ausland gerettet hatte. Sofort als sie ihn in die Schweiz gebracht hatte, hatte sie ihn sofort in einer Hundeschule angemeldet, weil sie von Anfang an alles richtig machen wollte. Klar war der Hund zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeglichen und alles war neu für ihn. Die Halterin schaffte es aber zu diesem Zeitpunkt, ihn auszuführen, auch wenn sie extremen Energien ausweichen musste. Von dem Zeitpunkt an, wo sie das erste Mal in der Hundeschule war, konnte sie mit dem Hund überhaupt nicht mehr raus. Er zeigte plötzlich extremste Leinen-Aggressionen gegen seine Artgenossen. Was war passiert? Eine verunsicherte Hundehalterin suchte Hilfe bei einer SKN-Hundetrainerin. Diese hatte den Hund fälschlicherweise als aggressiv eingestuft, was wiederum die Ängste der Hundehalterin schürte, ihr Hund könnte jemanden verletzen. Angst ist in der Natur die schwächste Form von Energien, die wir übertragen können. Anstatt dass die Hundetrainerin die Hundehalterin in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt hatte, wurde diese eher noch zusätzlich verunsichert. Die Konsequenz war, dass sie von diesem Zeitpunkt den Hund überhaupt nicht mehr ausführen konnte, gerade weil er die Verunsicherung seiner Halterin sofort bemerkte und die Führung draussen übernahm. Es wäre besser gewesen, diese Kundin an einen Experten mit mehr Erfahrung zu verweisen. Raten sie mal, was ich beim Besuch des Hundes vorgefunden hatte? Richtig - einen leicht dominanten und ziemlich unsicheren Hund - ohne kleinste Anzeichen von Aggressionen, so wie es 95% der Hunde sind, die meine Hilfe benötigen. Die Hundehalterin war sehr erleichtert über meine Diagnose und hatte fortan auch keinen Grund mehr Angst zu haben, den Hund auszuführen. Ändert sich der Mensch - so ändert sich der Hund...

Klassische Hundeschulen

Nach dem klassischen Konditionierungssystem “gewöhnen” wir unseren Hund an einen Hundeplatz, an die Hunde und deren Menschen, die auf dem Übungsplatz sind. Gehen wir mit unserem Hund zum ersten Mal in eine neue Hundeschule, so haben wir meistens eine ziemlich grosse Herausforderung, da für den Hund alles neu ist: Der Platz, die Hunde, die Menschen und die aufgeregten Energien. Oft sind auch wir selbst angespannt oder nervös, denn für uns ist ja auch alles neu... Sind wir mit unserem Hund dann 5-6 Mal in der gleichen Hundeschule gewesen, so stellen wir fest, dass sich der Hund auf dem Platz sehr gut verhält, denn all das was am Anfang noch neu war, kennt er mittlerweile gut und was der Hund kennt, macht ihm in der Regel auch keinen Stress mehr (auch wir sind mit der Zeit dann entspannter :-). Es gibt sehr bekannte Hundeprofis, die dieses “Gewöhnungs-System” von Hunden propagieren. Wenn man nach diesem System arbeitet, so müsste man genau zu dem Zeitpunkt, wo sich der Hund an alle Hunde gewöhnt hat, dem Hundehalter gratulieren und ihm mitteilen, dass er nun seinen Hund erfolgreich an die Hunde in dieser Hundeschule gewöhnt habe und dass er nun “eigentlich” eine andere Hundeschule aufsuchen sollte, damit der Hund sich wieder an neue, ihm fremde Hunde gewöhnen kann. Aber wer verliert denn gerne schon freiwillig einen Kunden? Meistens können uns Hundeschulen nicht korrekt vermitteln, wie das mit den Absichten, bzw. wie die Kommunikation (aus Hundesicht) funktioniert und wie wichtig diese Energien im Umgang mit dem Hund sind. Auch wenn ich Hundeschulen / Hundetrainer hinterfrage, bzw. indirekt deren Arbeitsweise kritisiere, sie würden das Falsche tun, so muss ich sie an dieser Stelle auch gleich wieder in Schutz nehmen, denn sie meinen es alle wirklich gut, nur lernen sie es in ihren obligatorischen Ausbildungen leider nicht besser... Hundetrainer die wissen, wovon sie reden haben selbst 2-3 ausgeglichene und souveräne Leithunde. Ist dann auch noch ein Zentralhund darunter, so haben sie die Gewissheit, dass die Hundeschule etwas taugt. Können klassische Hundeschulen contra-produktiv sein? Wir lernen unserem Hund auf den Hundeplätzen, dass wir Übungen machen und dass der Hund bei gutem Gehorsam positiv z.B. mit einem Guddeli bestätigt wird. Achten wir dabei nicht genau auf Energien und Timing, so erreichen wir genau das Gegenteil, von dem was wir eigentlich erreichen wollten. Der Hund merkt sehr rasch, dass auf dem Übungsplatz alle nur am “üben” sind, bzw. krankhaft versuchen, menschliche Logik auf Hunde zu übertragen und dass keiner wirklich eine Ahnung von Tierpsychologie hat. Es geht Leithunden vorwiegend um Folgendes: seine Rangordnung in “seinem Rudel” wieder herzustellen Hunde sind genial - sie machen alle das Gleiche, um sich im Rang sofort wieder über uns zu stellen, sobald wir uns (im Rang eines Welpen) wieder aufspielen und dem Hund vormachen wollen, dass wir das ganze Geschehen kontrollieren. Wichtig ist zu verstehen, dass sich Leithunde ganz anders verhalten als normale “Gefolgshunde”. Die letzteren verzeihen uns viel mehr Fehler als eben die Leithunde. Siehe auch die verschiedenen Hundetypen Durch unser menschliches Denken, unsere Unsicherheiten und Ängste werden wir auch  rasch manipulierbar (z.B. wenn der Hund nicht frisst). Kein Hund hört auf jemanden, der sich manipulieren, besitzen oder kontrollieren lässt...

Sitz - Gutzeli

Der Hund bemerkt sehr rasch, dass er für fast jede normale Übung regelmässig mit einem Guddeli belohnt wird. Hunde leben ja bekanntlich im “jetzt”. Wie rasch Hunde in ein “neues jetzt” wechseln können, zeigt dieses Beispiel: Wir geben dem Hund das Kommando “sitz”. Der Hund, (der ja weiss, dass anschliessend das Guddeli kommt), wechselt das “jetzt”, bzw. seine Absicht während dem Absitzen. Er sitzt noch nicht mal ganz und schon fordert er von uns das erwartete Guddeli ein. So setzt er sich gleich wieder in die bestimmende Position. Achten wir uns mal genau auf seinen dominant-fordernden Blick, so stellen wir fest, dass er uns gerade den Befehl gibt, ihm das Guddeli zu geben. Belohnen wir ihn genau in diesem Moment, so belohnen wir nicht mehr die Übung, sondern seine dominant-fordernde Haltung. Der Hund macht uns quasi zu seinem Personal. Er gibt seinem “grossen Welpen” einen Befehl und dieser führt ihn dann jedes Mal aus - ohne die Absicht des Hundes zu hinterfragen oder zu verstehen... Dies ist ein schönes Beispiel, wie rasch wir falsche Energien immer und immer wieder belohnen. Das Traurige daran ist, dass es keiner merkt... Auch bei der Fütterung muss man bei klassischer Arbeitsweise sehr aufpassen, dass wir nicht jeden Tag diese dominant-fordernde, angespannte oder aufgeregte Energie belohnen/füttern.

Ignoranz und Guddeli

In der Natur dürfen nur die Chefs ignorant sein. Würde ein Rudelmitglied einen Leithund ignorieren, so würde dieser hingehen und ihn beissen (ohne ihn zu verletzen). In gewissen Situationen (draussen) stellen wir fest, dass wir machen können, was wir wollen, der Hund würde uns nicht mit dem A.... anschauen. In der Hundeschule üben wir Blickkontakt via Gutzeli. Ein Leithund würde sich vor all den anderen Hunden nie die Blösse geben, seinen “grossen Welpen” im Rang zu würdigen, indem er ihn respektvoll in die Augen schauen würde (nicht nur ein kurzer Blickkontakt). Solche Hunde lassen sich nicht bestechen - sie zeigen uns in solchen Situationen eiskalt unseren Rang, bzw. den Ihrigen... Ein Kunde hatte mir einmal erzählt, dass er sich das Guddeli schlussendlich zwischen die Augen halten musste, weil der Hund ihn partout nicht anschauen wollte. Und dann reden wir uns dann auch noch ein, der Hund hätte uns so in die Augen geschaut...

Fuss-Laufen “üben”

Mein Hund läuft eigentlich schön Fuss. Das ist die Aussage, die ich oft höre. In der Übersetzung heisst dies, dass der Hund nur schön Fuss läuft, wenn gerade keine Konkurrenz da ist, bzw. nichts läuft, wo er sich dafür verantwortlich fühlen würde. Begegnen wir hingegen einem unausgeglichenen Hund an der Leine, so ist sofort alles wieder anders. Hundehalter sind oft verblüfft, wie rasch Hunde bei mir im “Jetzt”, bzw. innerhalb von nur wenigen Minuten schön Fuss laufen, obwohl diese teilweise schon monatelang immer wieder (erfolglos) “geübt” hatten, korrekt Fuss zu laufen. Hunde merken sofort, wenn wir nur üben, insbesondere wenn wir dann dabei noch Unsicherheiten zeigen, was anfänglich auch normal ist. Nach klassischer Methode erreichen wir (nach längerem Üben), dass der Hund gelernt hat, dass wir uns zufrieden geben, wenn er “einigermassen” im Fuss läuft, d.h. seine Nasenspitze müsste dann leicht vor unserem Knie sein, auch wenn es nur 1-2 cm sein mögen - aber sie ist vorne. Er lässt uns also nur im Glauben, wir würden Führen. Deswegen lächeln sie auch meist dabei :-)... Würden wir von ihm verlangen, dass er seine Nase 5cm weiter nach hinten nimmt, wäre dies nicht möglich, denn er hat den Führungsanspruch. Das geht dann auch nur so lange gut, bis zur nächsten (unausgeglichenen) Begegnung. In Wirklichkeit läuft der Hund nicht Fuss, sondern er respektiert, dass ich die Führungsposition einnehme, bzw. den Raum vor mir für mich beanspruche. Diese Punkt ist eines der besten Beispiele, wie mächtig uns das Beanspruchen von Räumen und die Körpersprache machen und wie wichtig korrektes Timing und souveräne Energien sind.

Kompensation menschlicher Dominanz

Leithunde (insbesondere Zentralhunde) kompensieren jeden Akt menschlicher Dominanz, wenn der Hund uns als rangniedriger betrachtet. “Nötigen” wir unseren Leithund z.B. vor dem Fusslaufen dazu, dass er dem “grossen Welpen” einen Blick schenken muss bevor es los-geht, so kriegen wir höchstens einen knappen Blick. Oft hat er vorher schon Punkte gemacht, indem er nach links oder rechts guckt, noch rasch am Boden schnuppert, oder ein Gras frisst, etc. Bestimmen wir dann, dass es los-geht, so geht dann gleich die Nase an den Boden. So setzt sich der Hund wieder in die bestimmende Position, bzw. über uns. Achten sie mal, wie schwierig es ist, ihn davon abzuhalten, wenn er es wieder machen möchte... Voraussetzung dazu ist natürlich, dass der Hund im Fuss läuft und nicht wir (Nase nicht vor unserem Knie). Andere Kompensationen sind das Anlehnen, Anstupsen, Abschnuppern oder Ablecken (Mensch), bedrängen, sich in den Weg stellen oder liegen, uns umkreisen, Gras fressen, etc.

Pubertät des Hundes

Es mag zwar beruhigend wirken, wenn wir als Halter (eines sich plötzlich fehlverhaltenen Junghundes), damit getröstet werden, dass der Hund sich wohl gerade in der Pubertät befinden würde und dass sich dieses Verhalten dann schon von selbst wieder legen würde... Dies ist einer der grössten Trugschlüsse, die es in der Hundeerziehung überhaupt gibt. Verpasst man den Zeitpunkt und zeigt seinem Hund bei jeder noch kommenden Pubertät, dass wir Verständnis für sein dominantes Verhalten haben, so haben wir verloren. Der Hund wird immer stärker und wenn er dann ausgewachsen ist und dann irgendwann so einen kleinen aufgeregten Wuschel beisst, so wird dann das Fehl-Verhalten oft über die Rasse entschuldigt... Der Hund sollte von Anfang an, wohlwollend-konsequent geführt werden - Pubertät hin oder her Im Teil 2 geht es weiter mit folgenden Themen: das aktive und passive Kontrollverhalten klassische Hundeschule kontra-produktiv (Fortsetzung)?

Klassische Hundeschulen vs. Tierpsychologie

Letzte Änderung: 10.12.17 Copyright dog-psychology-center.ch
Vorwort Fragen rund um die Hundeerziehung Welpenspielstunde Klassische Hundeschulen und wie uns Hunde gerne überlisten
das aktive und passive Kontrollverhalten klassische Hundeschule kontra-produktiv? (Fortsetzung)
Hundeflüsterer Schulmedizinische Tierpsychologie Die Lehre der Natur
Kiro - Labi von meiner Mutter geerbt Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) Leithunde - Führung ist ALLES :-) Goliath (Alaskan Malamute) Zentralhunde unter sich... Cusco (Border), Bandit (Rumänen-Mix) und Malin (Rumänen-Mix) jähriger dt. Schäfer-Mix - Jack(y) Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi)
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Teil 3 Teil 2 Teil 1 weiter zu Teil 2
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Klassische Hundeschulen versus

Tierpsychologie (Teil1)

Inhaltsverzeichnis  

Teil 1 - Vorwort

Im nachfolgenden Beitrag erlaube ich mir als “hündischer” Tierpsychologe unser Hundeschulen-System in Frage zu stellen. Es geht mir darum, die Trugschlüsse in der Hundeerziehung aufzuzeigen und nicht darum Personen zu diskreditieren - aber es sei mir erlaubt, meine konträren Erfahrungen aus 6 jähriger Rudelarbeit aufzuzeigen, gerade weil mein Leithunde-Rudel sämtliche menschlichen Theorien fast täglich widerlegt - immer und immer wieder... In diesem Beitrag hinterfrage ich das heutige Hundeschulen-System kritisch und zeige auf, wie sehr wir bei der klassischer Arbeitsweise aufpassen müssen, dass der Hund sich nicht gleich wieder im Rang über uns stellt. Insbesondere wird das passive Kontrollverhalten erläutert, über welches sie wohl bisher noch nie etwas lesen durften, obwohl es zu den wichtigsten Punkten gehört, wer der Chef von wem ist. wenn wir uns einen Hund anschaffen möchten, sollten wir uns folgende Fragen stellen: Beratung vor dem Kauf: welcher Hund passt zu mir (dieser Punkt wird oft vergessen)   Vorschriften aus Gesetzgebung (SKN-Kurse, Rasselisten, Leinenpflicht, etc.) Soll ich mit meinem Hund in eine Welpen-Spielstunde?      Welches sind die optimalsten Trainingsmethoden für meinen Hund Welches ist die beste Hundeschule, bzw. der/die beste Hundetrainer oder Hundetrainerin Anfänglich sind Hunde (als Welpe) meist noch so süss und knuddelig. Warum sollten wir uns da schon um die optimalsten Trainingsmethoden oder gar um Tierpsychologie kümmern, wenn wir (noch) überhaupt keine Probleme haben??? Haben wir dann mit der Zeit immer grössere Probleme, unseren Hund zu kontrollieren, so machen wir uns dann erst auf die Suche nach einer guten Hundeschule. Wir stellen fest, dass wohl selten ein Thema so kontrovers diskutiert wird, wie die Hundeerziehung. Das vom Menschen geschaffene Angebot ist mittlerweile so immens wie unsinnig und es geht dabei - je länger umso mehr - vorwiegend um riesige Geldmengen, die die Hunde-Industrie verdienen möchte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass SKG & Co. noch nicht verstanden haben, was Cesar Millan und Maja Nowak machen. Besonders Cesar Millan wird wohl so sehr bekämpft, weil er sämtliche deren vermenschlichten Theorien nicht nur hinterfragt, sondern sie mit seinem Rudel auch gleich immer und immer wieder widerlegt - genauso wie es meine Leithunde im Zentrum tun. Die meisten Videoclips in denen Cesar Millan kritisiert wird, sind nun fast 10 Jahre alt und auch Cesar hat sich weiterentwickelt und arbeitet heute viel mehr mit Blickkontakt und Körpersprache als mit Techniken. Und mal ehrlich - alle die ihn für seine Techniken beim Resozialisieren von aggressivsten Hunden kritisieren, hätten dem Hund nicht helfen können, dem Cesar wenigstens eine Chance geben konnte. Auch ich war nicht mit all seinen Arbeitsmethoden einverstanden und man vergisst manchmal, dass Cesar Millan schlussendlich auch nur ein Mensch ist, der selbst eine sehr schwierige Zeit hinter sich hatte (Scheidung) und in solchen Situationen selbst auch Fehler machen musste, da seine Energie in diesem Moment auch nicht stimmen konnte. Warum liegen wir (nicht nur) bei Hunden oft falsch? Auch wenn wir aus menschlicher Sicht immer eine Erklärung finden, warum sich der Hund gerade so verhält, so liegen wir leider immer zu fast 100% falsch. Die Erklärung ist so simpel wie einleuchtend: Der Hund kann gar nicht so denken wie wir... Deswegen stelle ich heute sämtliche menschlichen Techniken und Theorien von Hundeexperten in Frage (ausser diejenigen von Maja Nowak und Cesar Millan), denn auch hier bekommen wir immer eine Antwort, auch wenn es nur ganz selten die Richtige ist. Die menschlichen Fehlinterpretationen führen nie dazu, dass sich Mensch und Hund besser verstehen, bzw. dass diese von uns gewünschte Bindung entstehen könnte. Der Mensch - als höchste Spezies dieses Universums - glaubt über alles bestimmen zu können und alles zu wissen. Wir rechtfertigen unsere Theorien durch wissenschaftliche Studien oder ähnliches und brüsten uns mit Zertifikaten. Wir vergessen dabei aber immer wieder, dass die geschaffene Natur bereits perfekt ist und dass wir uns beim Thema Hunde-Erziehung wohl besser an ihr orientieren würden, als an menschlichen Theorien/Techniken. Diese Theorien werden von meinen Leithunden im Rudel fast tagtäglich widerlegt... Leithunde sind und bleiben die besten Hundetrainer! Wir können uns kaum vorstellen, wie subtil die Kommunikation bei Hunden funktioniert und wie rasch dass man dabei Fehler machen kann, besonders diejenigen, die es besonders gut meinen oder alles richtig machen wollen, machen die Meisten und Grössten Fehler aus Sicht des Hundes. Dies versuche ich im folgenden Beitrag aufzuzeigen. Bei allfälligen offenen Fragen kontaktieren sie mich bitte ungeniert!

Welpen-Spielstunde

Es wäre extrem wichtig für die heranwachsenden Junghunde, dass sie möglichst viel Kontakt zu fremden Artgenossen pflegen können und ihr Sozialverhalten weiterentwickeln können. Der Ausbildner von der Schäferhunde-Polizeihunde-Staffel hatte es bei einem Seminar auf den Punkt gebracht: Lieber keine Welpen-Spielstunde als eine schlechte... Früher hatte ich an dieser Stelle eine Hundeschule vorbehaltslos empfohlen, die es mit Welpen sehr gut macht. Leider nützt uns auch die beste Welpenspielstunde nichts, wenn dort der Hund nicht als Leithund erkannt wird und man dann einfach im klassischen System weiter “wurstelt”. Hundehalter von Leithunden sollten sich bereits von Anfang an um die Psyche des Hundes kümmern (Hundesprache erlernen), anstatt klassisch zu konditionieren, denn Leithunde lassen sich nicht konditionieren... Welpen-Spielstunde verpasst? Entgegen allen menschlichen Theorien, welche behaupten, dass man die verpasste Welpenspielstunde nie mehr nachholen könne, hat mein Rudel bereits mehrmals bewiesen, dass es die Fähigkeit dazu sehr wohl hat!

Klassische Hundeschulen (Vorwort)

Damit die vom Gesetzgeber vor Jahren beschlossenen Massnahmen zur “Reduzierung von Hundeproblemen” umgesetzt werden konnten (so hatte sich der Gesetzgeber dies allenfalls vorgestellt...), mussten SKN-Experten in grosser Zahl aus dem Boden gestampft werden. Ja, sie wucherten teilweise wie Pilze aus dem Boden. Bei der Ausbildung zum Tierheimbetreuer, zu der ich vom Gesetzgeber nach 4jähriger Rudel-Tätigkeit noch gezwungen wurde, hatte man mir gelernt, dass das was ich damals schon seit 4 Jahren betrieben hatte (Rudelhaltung) gar nicht möglich sein sollte. Ja, ich musste am Schluss sogar Fragen falsch beantworten (aus meiner Sicht), damit sie von den Experten als richtig gezählt wurden (z.B. dass Futterbeschäftigung im Rudel gefährlich sein soll und somit nicht zulässig). Ich war an dieser Schnellbleiche zusammen mit den angehenden SKN-Experten. Es war für mich erschreckend festzustellen, was für “Experten” auf Hundehalter mit sogenannten “Problemhunden” losgelassen werden. Es reicht leider nicht, Hunde über alles zu lieben, um ihnen dann auch helfen zu können... Und mal ehrlich - einen Test mit 50 Fragen nach dem Multiple-Choice-System, wo bei jeder Frage drei Antworten zur Verfügung standen und nur eine davon richtig sein konnte, mit einer erlaubten Fehlerquote von 20% (10 Fragen), würden wohl 80% der Teilnehmer mit etwas gesundem Menschenverstand diesen Test auch ohne die vorgängige Ausbildung bestehen und dieses begehrte Zertifikat erhalten. Natürlich war die vorgängige Ausbildung Pflicht, damit man zum Test zugelassen wurde - nicht dass es etwa Missverständnisse geben könnte. Ein schönes Beispiel, dass dieser “Fackel” von SKN-Experten nicht unbedingt viel wert sein muss. Ich biete aus Überzeugung keine SKN-Kurse an, weil ich zu 100% nicht dahinter stehen kann, gerade weil der Ansatz komplett falsch ist. Solange der Gesetzgeber weiter auf SKG & Co. hört, wird sich daran auch nichts ändern... Hier ein Beispiel (unter vielen): Mich hatte eine Hundehalterin aus dem Kt. Basel um Hilfe gesucht, weil ihr Hund von einer SKN-Expertin (fälschlicherweise) als “aggressiv” eingestuft wurde. Es handelte sich dabei um eine sehr verantwortungsbewusste Frau, die einen Dalmatiner aus einer Tötungsstation aus dem Ausland gerettet hatte. Sofort als sie ihn in die Schweiz gebracht hatte, hatte sie ihn sofort in einer Hundeschule angemeldet, weil sie von Anfang an alles richtig machen wollte. Klar war der Hund zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeglichen und alles war neu für ihn. Die Halterin schaffte es aber zu diesem Zeitpunkt, ihn auszuführen, auch wenn sie extremen Energien ausweichen musste. Von dem Zeitpunkt an, wo sie das erste Mal in der Hundeschule war, konnte sie mit dem Hund überhaupt nicht mehr raus. Er zeigte plötzlich extremste Leinen-Aggressionen gegen seine Artgenossen. Was war passiert? Eine verunsicherte Hundehalterin suchte Hilfe bei einer SKN-Hundetrainerin. Diese hatte den Hund fälschlicherweise als aggressiv eingestuft, was wiederum die Ängste der Hundehalterin schürte, ihr Hund könnte jemanden verletzen. Angst ist in der Natur die schwächste Form von Energien, die wir übertragen können. Anstatt dass die Hundetrainerin die Hundehalterin in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt hatte, wurde diese eher noch zusätzlich verunsichert. Die Konsequenz war, dass sie von diesem Zeitpunkt den Hund überhaupt nicht mehr ausführen konnte, gerade weil er die Verunsicherung seiner Halterin sofort bemerkte und die Führung draussen übernahm. Es wäre besser gewesen, diese Kundin an einen Experten mit mehr Erfahrung zu verweisen. Raten sie mal, was ich beim Besuch des Hundes vorgefunden hatte? Richtig - einen leicht dominanten und ziemlich unsicheren Hund - ohne kleinste Anzeichen von Aggressionen, so wie es 95% der Hunde sind, die meine Hilfe benötigen. Die Hundehalterin war sehr erleichtert über meine Diagnose und hatte fortan auch keinen Grund mehr Angst zu haben, den Hund auszuführen. Ändert sich der Mensch - so ändert sich der Hund...

Klassische Hundeschulen

Nach dem klassischen Konditionierungssystem “gewöhnen” wir unseren Hund an einen Hundeplatz, an die Hunde und deren Menschen, die auf dem Übungsplatz sind. Gehen wir mit unserem Hund zum ersten Mal in eine neue Hundeschule, so haben wir meistens eine ziemlich grosse Herausforderung, da für den Hund alles neu ist: Der Platz, die Hunde, die Menschen und die aufgeregten Energien. Oft sind auch wir selbst angespannt oder nervös, denn für uns ist ja auch alles neu... Sind wir mit unserem Hund dann 5-6 Mal in der gleichen Hundeschule gewesen, so stellen wir fest, dass sich der Hund auf dem Platz sehr gut verhält, denn all das was am Anfang noch neu war, kennt er mittlerweile gut und was der Hund kennt, macht ihm in der Regel auch keinen Stress mehr (auch wir sind mit der Zeit dann entspannter :-). Es gibt sehr bekannte Hundeprofis, die dieses “Gewöhnungs-System” von Hunden propagieren. Wenn man nach diesem System arbeitet, so müsste man genau zu dem Zeitpunkt, wo sich der Hund an alle Hunde gewöhnt hat, dem Hundehalter gratulieren und ihm mitteilen, dass er nun seinen Hund erfolgreich an die Hunde in dieser Hundeschule gewöhnt habe und dass er nun “eigentlich” eine andere Hundeschule aufsuchen sollte, damit der Hund sich wieder an neue, ihm fremde Hunde gewöhnen kann. Aber wer verliert denn gerne schon freiwillig einen Kunden? Meistens können uns Hundeschulen nicht korrekt vermitteln, wie das mit den Absichten, bzw. wie die Kommunikation (aus Hundesicht) funktioniert und wie wichtig diese Energien im Umgang mit dem Hund sind. Auch wenn ich Hundeschulen / Hundetrainer hinterfrage, bzw. indirekt deren Arbeitsweise kritisiere, sie würden das Falsche tun, so muss ich sie an dieser Stelle auch gleich wieder in Schutz nehmen, denn sie meinen es alle wirklich gut, nur lernen sie es in ihren obligatorischen Ausbildungen leider nicht besser... Hundetrainer die wissen, wovon sie reden haben selbst 2-3 ausgeglichene und souveräne Leithunde. Ist dann auch noch ein Zentralhund darunter, so haben sie die Gewissheit, dass die Hundeschule etwas taugt. Können klassische Hundeschulen contra-produktiv sein? Wir lernen unserem Hund auf den Hundeplätzen, dass wir Übungen machen und dass der Hund bei gutem Gehorsam positiv z.B. mit einem Guddeli bestätigt wird. Achten wir dabei nicht genau auf Energien und Timing, so erreichen wir genau das Gegenteil,  von dem was wir eigentlich erreichen wollten. Der Hund merkt sehr rasch, dass auf dem Übungsplatz alle nur am “üben” sind, bzw. krankhaft versuchen, menschliche Logik auf Hunde zu übertragen und dass keiner wirklich eine Ahnung von Tierpsychologie hat. Es geht Leithunden vorwiegend um Folgendes: seine Rangordnung in “seinem Rudel” wieder herzustellen Hunde sind genial - sie machen alle das Gleiche, um sich im Rang sofort wieder über uns zu stellen, sobald wir uns (im Rang eines Welpen) wieder aufspielen und dem Hund vormachen wollen, dass wir das ganze Geschehen kontrollieren. Wichtig ist zu verstehen, dass sich Leithunde ganz anders verhalten als normale “Gefolgshunde”. Die letzteren verzeihen uns viel mehr Fehler als eben die  Leithunde. Siehe auch die verschiedenen Hundetypen Durch unser menschliches Denken, unsere Unsicherheiten und Ängste werden wir auch  rasch manipulierbar (z.B. wenn der Hund nicht frisst). Kein Hund hört auf jemanden, der sich manipulieren, besitzen oder kontrollieren lässt...

Sitz - Gutzeli

Der Hund bemerkt sehr rasch, dass er für fast jede normale Übung regelmässig mit einem Guddeli belohnt wird. Hunde leben ja bekanntlich im “jetzt”. Wie rasch Hunde in ein “neues jetzt” wechseln können, zeigt dieses Beispiel: Wir geben dem Hund das Kommando “sitz”. Der Hund, (der ja weiss, dass anschliessend das Guddeli kommt), wechselt das “jetzt”, bzw. seine Absicht während dem Absitzen. Er sitzt noch nicht mal ganz und schon fordert er von uns das erwartete Guddeli ein. So setzt er sich gleich wieder in die bestimmende Position. Achten wir uns mal genau auf seinen dominant-fordernden Blick, so stellen wir fest, dass er uns gerade den Befehl gibt, ihm das Guddeli zu geben. Belohnen wir ihn genau in diesem Moment, so belohnen wir nicht mehr die Übung, sondern seine dominant- fordernde Haltung. Der Hund macht uns quasi zu seinem Personal. Er gibt seinem “grossen Welpen” einen Befehl und dieser führt ihn dann jedes Mal aus - ohne die Absicht des Hundes zu hinterfragen oder zu verstehen... Dies ist ein schönes Beispiel, wie rasch wir falsche Energien immer und immer wieder belohnen. Das Traurige daran ist, dass es keiner merkt... Auch bei der Fütterung muss man bei klassischer Arbeitsweise sehr aufpassen,  dass wir nicht jeden Tag diese dominant-fordernde, angespannte oder aufgeregte Energie belohnen/füttern.

Ignoranz und Guddeli

In der Natur dürfen nur die Chefs ignorant sein. Würde ein Rudelmitglied einen Leithund ignorieren, so würde dieser hingehen und ihn beissen (ohne ihn zu verletzen). In gewissen Situationen (draussen) stellen wir fest, dass wir machen können, was wir wollen, der Hund würde uns nicht mit dem A.... anschauen. In der Hundeschule üben wir Blickkontakt via Gutzeli. Ein Leithund würde sich vor all den anderen Hunden nie die Blösse geben, seinen “grossen Welpen” im Rang zu würdigen, indem er ihn respektvoll in die Augen schauen würde (nicht nur ein kurzer Blickkontakt). Solche Hunde lassen sich nicht bestechen - sie zeigen uns in solchen Situationen eiskalt unseren Rang, bzw. den Ihrigen... Ein Kunde hatte mir einmal erzählt, dass er sich das Guddeli schlussendlich zwischen die Augen halten musste, weil der Hund ihn partout nicht anschauen wollte. Und dann reden wir uns dann auch noch ein, der Hund hätte uns so in die Augen geschaut...

Fuss-Laufen <üben>

Mein Hund läuft eigentlich schön Fuss. Das ist die Aussage, die ich oft höre. In der Übersetzung heisst dies, dass der Hund nur schön Fuss läuft, wenn gerade keine Konkurrenz da ist, bzw. nichts läuft, wo er sich dafür verantwortlich fühlen würde. Begegnen wir hingegen einem unausgeglichenen Hund an der Leine, so ist sofort alles wieder anders. Hundehalter sind oft verblüfft, wie rasch Hunde bei mir im “Jetzt”, bzw. innerhalb von nur wenigen Minuten schön Fuss laufen, obwohl diese teilweise schon monatelang immer wieder (erfolglos) “geübt” hatten, korrekt Fuss zu laufen. Hunde merken sofort, wenn wir nur üben, insbesondere wenn wir dann dabei noch Unsicherheiten zeigen, was anfänglich auch normal ist. Nach klassischer Methode erreichen wir (nach längerem Üben), dass der Hund gelernt hat, dass wir uns zufrieden geben, wenn er “einigermassen” im Fuss läuft, d.h. seine Nasenspitze müsste dann leicht vor unserem Knie sein, auch wenn es nur 1-2 cm sein mögen - aber sie ist vorne. Er lässt uns also nur im Glauben, wir würden Führen. Deswegen lächeln sie auch meist dabei :-)... Würden wir von ihm verlangen, dass er seine Nase 5cm weiter nach hinten nimmt, wäre dies nicht möglich, denn er hat den Führungsanspruch. Das geht dann auch nur so lange gut, bis zur nächsten (unausgeglichenen) Begegnung. In Wirklichkeit läuft der Hund nicht Fuss, sondern er respektiert, dass ich die Führungsposition einnehme, bzw. den Raum vor mir für mich beanspruche. Diese Punkt ist eines der besten Beispiele, wie mächtig uns das Beanspruchen von Räumen und die Körpersprache machen und wie wichtig korrektes Timing und souveräne Energien sind.

Kompensation menschlicher Dominanz

Leithunde (insbesondere Zentralhunde) kompensieren jeden Akt menschlicher Dominanz, wenn der Hund uns als rangniedriger betrachtet. “Nötigen” wir unseren Leithund z.B. vor dem Fusslaufen dazu, dass er dem “grossen Welpen” einen Blick schenken muss bevor es los-geht, so kriegen wir höchstens einen knappen Blick. Oft hat er vorher schon Punkte gemacht, indem er nach links oder rechts guckt, noch rasch am Boden schnuppert, oder ein Gras frisst, etc. Bestimmen wir dann, dass es los-geht, so geht dann gleich die Nase an den Boden. So setzt sich der Hund wieder in die bestimmende Position, bzw. über uns. Achten sie mal, wie schwierig es ist, ihn davon abzuhalten, wenn er es wieder machen möchte... Voraussetzung dazu ist natürlich, dass der Hund im Fuss läuft und nicht wir (Nase nicht vor unserem Knie). Andere Kompensationen sind das Anlehnen, Anstupsen, Abschnuppern oder Ablecken (Mensch), bedrängen, sich in den Weg stellen oder liegen, uns umkreisen, Gras fressen, etc.

Pubertät des Hundes

Es mag zwar beruhigend wirken, wenn wir als Halter (eines sich plötzlich fehlverhaltenen Junghundes), damit getröstet werden, dass der Hund sich wohl gerade in der Pubertät befinden würde und dass sich dieses Verhalten dann schon von selbst wieder legen würde... Dies ist einer der grössten Trugschlüsse, die es in der Hundeerziehung überhaupt gibt. Verpasst man den Zeitpunkt und zeigt seinem Hund bei jeder noch kommenden Pubertät, dass wir Verständnis für sein dominantes Verhalten haben, so haben wir verloren. Der Hund wird immer stärker und wenn er dann ausgewachsen ist und dann irgendwann so einen kleinen aufgeregten Wuschel beisst, so wird dann das Fehl- Verhalten oft über die Rasse entschuldigt... Der Hund sollte von Anfang an, wohlwollend-konsequent geführt werden - Pubertät hin oder her Im Teil 2 geht es weiter mit folgenden Themen: das aktive und passive Kontrollverhalten klassische Hundeschule kontra-produktiv (Fortsetzung)?

Klassische Hundeschulen vs. Tierpsychologie

Letzte Änderung: 23 .10.17      Copyright dog-psychology-center.ch
Vorwort Fragen rund um die Hundeerziehung Welpenspielstunde Klassische Hundeschulen und wie uns Hunde gerne überlisten
Hundeflüsterer Schulmedizinische Tierpsychologie Die Lehre der Natur
Kiro - Labi von meiner Mutter geerbt Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) Leithunde - Führung ist ALLES :-) Goliath (Alaskan Malamute) Zentralhunde unter sich... Cusco (Border), Bandit (Rumänen-Mix) und Malin (Rumänen-Mix) jähriger dt. Schäfer-Mix - Jack(y) Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) weiter zu Teil 2
das aktive und passive Kontrollverhalten klassische Hundeschule kontra-produktiv? (Fortsetzung)
Teil 3 Teil 2 Teil 1
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Klassische Hundeschulen versus Tierpsychologie (Teil1) Inhaltsverzeichnis  

Teil 1 - Vorwort

Im nachfolgenden Beitrag erlaube ich mir als “hündischer” Tierpsychologe unser Hundeschulen-System in Frage zu stellen. Es geht mir darum, die Trugschlüsse in der Hundeerziehung aufzuzeigen und nicht darum Personen zu diskreditieren - aber es sei mir erlaubt, meine konträren Erfahrungen aus 6 jähriger Rudelarbeit aufzuzeigen, gerade weil mein Leithunde-Rudel sämtliche menschlichen Theorien fast täglich widerlegt - immer und immer wieder... In diesem Beitrag hinterfrage ich das heutige Hundeschulen-System kritisch und zeige auf, wie sehr wir bei der klassischer Arbeitsweise aufpassen müssen, dass der Hund sich nicht gleich wieder im Rang über uns stellt. Insbesondere wird das passive Kontrollverhalten  erläutert, über welches sie wohl bisher noch nie etwas lesen durften, obwohl es zu den wichtigsten Punkten gehört, wer der Chef von wem ist. wenn wir uns einen Hund anschaffen möchten, sollten wir uns folgende Fragen stellen: Beratung vor dem Kauf: welcher Hund passt zu mir (dieser Punkt wird oft vergessen)   Vorschriften aus Gesetzgebung (SKN-Kurse, Rasselisten, Leinenpflicht, etc.) Soll ich mit meinem Hund in eine Welpen- Spielstunde?      Welches sind die optimalsten Trainingsmethoden für meinen Hund Welches ist die beste Hundeschule, bzw. der/die beste Hundetrainer oder Hundetrainerin Anfänglich sind Hunde (als Welpe) meist noch so süss und knuddelig. Warum sollten wir uns da schon um die optimalsten Trainingsmethoden oder gar um Tierpsychologie kümmern, wenn wir (noch) überhaupt keine Probleme haben??? Haben wir dann mit der Zeit immer grössere Probleme, unseren Hund zu kontrollieren, so machen wir uns dann erst auf die Suche nach einer guten Hundeschule. Wir stellen fest, dass wohl selten ein Thema so kontrovers diskutiert wird, wie die Hundeerziehung. Das vom Menschen geschaffene Angebot ist mittlerweile so immens wie unsinnig und es geht dabei - je länger umso mehr - vorwiegend um riesige Geldmengen, die die Hunde- Industrie verdienen möchte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass SKG & Co. noch nicht verstanden haben, was Cesar Millan und Maja Nowak machen. Besonders Cesar Millan wird wohl so sehr bekämpft, weil er sämtliche deren vermenschlichten Theorien nicht nur hinterfragt, sondern sie mit seinem Rudel auch gleich immer und immer wieder widerlegt - genauso wie es meine Leithunde im Zentrum tun. Die meisten Videoclips in denen Cesar Millan kritisiert wird, sind nun fast 10 Jahre alt und auch Cesar hat sich weiterentwickelt und arbeitet heute viel mehr mit Blickkontakt und Körpersprache als mit Techniken. Und mal ehrlich - alle die ihn für seine Techniken beim Resozialisieren von aggressivsten Hunden kritisieren, hätten dem Hund nicht helfen können, dem Cesar wenigstens eine Chance geben konnte. Auch ich war nicht mit all seinen Arbeitsmethoden einverstanden und man vergisst manchmal, dass Cesar Millan schlussendlich auch nur ein Mensch ist, der selbst eine sehr schwierige Zeit hinter sich hatte (Scheidung) und in solchen Situationen selbst auch Fehler machen musste, da seine Energie in diesem Moment auch nicht stimmen konnte. Warum liegen wir (nicht nur) bei Hunden oft falsch? Auch wenn wir aus menschlicher Sicht immer eine Erklärung finden, warum sich der Hund gerade so verhält, so liegen wir leider immer zu fast 100% falsch. Die Erklärung ist so simpel wie einleuchtend:  Der Hund kann gar nicht so denken wie wir... Deswegen stelle ich heute sämtliche menschlichen Techniken und Theorien von Hundeexperten in Frage (ausser diejenigen von Maja Nowak und Cesar Millan), denn auch hier bekommen wir immer eine Antwort, auch wenn es nur ganz selten die Richtige ist. Die menschlichen Fehlinterpretationen führen nie dazu, dass sich Mensch und Hund besser verstehen, bzw. dass diese von uns gewünschte Bindung entstehen könnte. Der Mensch - als höchste Spezies dieses Universums - glaubt über alles bestimmen zu können und alles zu wissen. Wir rechtfertigen unsere Theorien durch wissenschaftliche Studien oder ähnliches und brüsten uns mit Zertifikaten. Wir vergessen dabei aber immer wieder, dass die geschaffene Natur bereits perfekt ist und dass wir uns beim Thema Hunde-Erziehung wohl besser an ihr orientieren würden, als an menschlichen Theorien/Techniken. Diese Theorien werden von meinen Leithunden im Rudel fast tagtäglich widerlegt... Leithunde sind und bleiben die besten Hundetrainer! Wir können uns kaum vorstellen, wie subtil die Kommunikation bei Hunden funktioniert und wie rasch dass man dabei Fehler machen kann, besonders diejenigen, die es besonders gut meinen oder alles richtig machen wollen, machen die Meisten und Grössten Fehler aus Sicht des Hundes. Dies versuche ich im folgenden Beitrag aufzuzeigen. Bei allfälligen offenen Fragen kontaktieren sie mich bitte ungeniert!

Welpen-Spielstunde

Es wäre extrem wichtig für die heranwachsenden Junghunde, dass sie möglichst viel Kontakt zu fremden Artgenossen pflegen können und ihr Sozialverhalten weiterentwickeln können. Der Ausbildner von der Schäferhunde-Polizeihunde-Staffel hatte es bei einem Seminar auf den Punkt gebracht: Lieber keine Welpen-Spielstunde als eine schlechte... Früher hatte ich an dieser Stelle eine Hundeschule vorbehaltslos empfohlen, die es mit Welpen sehr gut macht. Leider nützt uns auch die beste Welpenspielstunde nichts, wenn dort der Hund nicht als Leithund erkannt wird und man dann einfach im klassischen System weiter “wurstelt”. Hundehalter von Leithunden sollten sich bereits von Anfang an um die Psyche des Hundes kümmern (Hundesprache erlernen), anstatt klassisch zu konditionieren, denn Leithunde lassen sich nicht konditionieren... Welpen-Spielstunde verpasst? Entgegen allen menschlichen Theorien, welche behaupten, dass man die verpasste Welpenspielstunde nie mehr nachholen könne, hat mein Rudel bereits mehrmals bewiesen, dass es die Fähigkeit dazu sehr wohl hat!

Klassische Hundeschulen (Vorwort)

Damit die vom Gesetzgeber vor Jahren beschlossenen Massnahmen zur “Reduzierung von Hundeproblemen” umgesetzt werden konnten (so hatte sich der Gesetzgeber dies allenfalls vorgestellt...), mussten SKN-Experten in grosser Zahl aus dem Boden gestampft werden. Ja, sie wucherten teilweise wie Pilze aus dem Boden. Bei der Ausbildung zum Tierheimbetreuer, zu der ich vom Gesetzgeber nach 4jähriger Rudel-Tätigkeit noch gezwungen wurde, hatte man mir gelernt, dass das was ich damals schon seit 4 Jahren betrieben hatte (Rudelhaltung) gar nicht möglich sein sollte. Ja, ich musste am Schluss sogar Fragen falsch beantworten (aus meiner Sicht), damit sie von den Experten als richtig gezählt wurden (z.B. dass Futterbeschäftigung im Rudel gefährlich sein soll und somit nicht zulässig). Ich war an dieser Schnellbleiche zusammen mit den angehenden SKN-Experten. Es war für mich erschreckend festzustellen, was für “Experten” auf Hundehalter mit sogenannten “Problemhunden” losgelassen werden. Es reicht leider nicht, Hunde über alles zu lieben, um ihnen dann auch helfen zu können... Und mal ehrlich - einen Test mit 50 Fragen nach dem Multiple-Choice-System, wo bei jeder Frage drei Antworten zur Verfügung standen und nur eine davon richtig sein konnte, mit einer erlaubten Fehlerquote von 20% (10 Fragen), würden wohl 80% der Teilnehmer mit etwas gesundem Menschenverstand diesen Test auch ohne die vorgängige Ausbildung bestehen und dieses begehrte Zertifikat erhalten. Natürlich war die vorgängige Ausbildung Pflicht, damit man zum Test zugelassen wurde - nicht dass es etwa Missverständnisse geben könnte. Ein schönes Beispiel, dass dieser “Fackel” von SKN- Experten nicht unbedingt viel wert sein muss. Ich biete aus Überzeugung keine SKN-Kurse an, weil ich zu 100% nicht dahinter stehen kann, gerade weil der Ansatz komplett falsch ist. Solange der Gesetzgeber weiter auf SKG & Co. hört, wird sich daran auch nichts ändern... Hier ein Beispiel (unter vielen): Mich hatte eine Hundehalterin aus dem Kt. Basel um Hilfe gesucht, weil ihr Hund von einer SKN-Expertin (fälschlicherweise) als “aggressiv” eingestuft wurde. Es handelte sich dabei um eine sehr verantwortungsbewusste Frau, die einen Dalmatiner aus einer Tötungsstation aus dem Ausland gerettet hatte. Sofort als sie ihn in die Schweiz gebracht hatte, hatte sie ihn sofort in einer Hundeschule angemeldet, weil sie von Anfang an alles richtig machen wollte. Klar war der Hund zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeglichen und alles war neu für ihn. Die Halterin schaffte es aber zu diesem Zeitpunkt, ihn auszuführen, auch wenn sie extremen Energien ausweichen musste. Von dem Zeitpunkt an, wo sie das erste Mal in der Hundeschule war, konnte sie mit dem Hund überhaupt nicht mehr raus. Er zeigte plötzlich extremste Leinen- Aggressionen gegen seine Artgenossen. Was war passiert? Eine verunsicherte Hundehalterin suchte Hilfe bei einer SKN-Hundetrainerin. Diese hatte den Hund fälschlicherweise als aggressiv eingestuft, was wiederum die Ängste der Hundehalterin schürte, ihr Hund könnte jemanden verletzen. Angst ist in der Natur die schwächste Form von Energien, die wir übertragen können. Anstatt dass die Hundetrainerin die Hundehalterin in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt hatte, wurde diese eher noch zusätzlich verunsichert. Die Konsequenz war, dass sie von diesem Zeitpunkt den Hund überhaupt nicht mehr ausführen konnte, gerade weil er die Verunsicherung seiner Halterin sofort bemerkte und die Führung draussen übernahm. Es wäre besser gewesen, diese Kundin an einen Experten mit mehr Erfahrung zu verweisen. Raten sie mal, was ich beim Besuch des Hundes vorgefunden hatte? Richtig - einen leicht dominanten und ziemlich unsicheren Hund - ohne kleinste Anzeichen von Aggressionen, so wie es 95% der Hunde sind, die meine Hilfe benötigen. Die Hundehalterin war sehr erleichtert über meine Diagnose und hatte fortan auch keinen Grund mehr Angst zu haben, den Hund auszuführen. Ändert sich der Mensch - so ändert sich der Hund...

Klassische Hundeschulen

Nach dem klassischen Konditionierungssystem “gewöhnen” wir unseren Hund an einen Hundeplatz, an die Hunde und deren Menschen, die auf dem Übungsplatz sind. Gehen wir mit unserem Hund zum ersten Mal in eine neue Hundeschule, so haben wir meistens eine ziemlich grosse Herausforderung, da für den Hund alles neu ist: Der Platz, die Hunde, die Menschen und die aufgeregten Energien. Oft sind auch wir selbst angespannt oder nervös, denn für uns ist ja auch alles neu... Sind wir mit unserem Hund dann 5-6 Mal in der gleichen Hundeschule gewesen, so stellen wir fest, dass sich der Hund auf dem Platz sehr gut verhält, denn all das was am Anfang noch neu war, kennt er mittlerweile gut und was der Hund kennt, macht ihm in der Regel auch keinen Stress mehr (auch wir sind mit der Zeit dann entspannter :-). Es gibt sehr bekannte Hundeprofis, die dieses “Gewöhnungs-System” von Hunden propagieren. Wenn man nach diesem System arbeitet, so müsste man genau zu dem Zeitpunkt, wo sich der Hund an alle Hunde gewöhnt hat, dem Hundehalter gratulieren und ihm mitteilen, dass er nun seinen Hund erfolgreich an die Hunde in dieser Hundeschule gewöhnt habe und dass er nun “eigentlich” eine andere Hundeschule aufsuchen sollte, damit der Hund sich wieder an neue, ihm fremde Hunde gewöhnen kann. Aber wer verliert denn gerne schon freiwillig einen Kunden? Meistens können uns Hundeschulen nicht korrekt vermitteln, wie das mit den Absichten, bzw. wie die Kommunikation (aus Hundesicht) funktioniert und wie wichtig diese Energien im Umgang mit dem Hund sind. Auch wenn ich Hundeschulen / Hundetrainer hinterfrage, bzw. indirekt deren Arbeitsweise kritisiere, sie würden das Falsche tun, so muss ich sie an dieser Stelle auch gleich wieder in Schutz nehmen, denn sie meinen es alle wirklich gut, nur lernen sie es in ihren obligatorischen Ausbildungen leider nicht besser... Hundetrainer die wissen, wovon sie reden haben selbst 2-3 ausgeglichene und souveräne Leithunde. Ist dann auch noch ein Zentralhund darunter, so haben sie die Gewissheit, dass die Hundeschule etwas taugt. Können klassische Hundeschulen contra-produktiv sein? Wir lernen unserem Hund auf den Hundeplätzen, dass wir Übungen machen und dass der Hund bei gutem Gehorsam positiv z.B. mit einem Guddeli bestätigt wird. Achten wir dabei nicht genau auf Energien und Timing, so erreichen wir genau das Gegenteil, von dem was wir eigentlich erreichen wollten. Der Hund merkt sehr rasch, dass auf dem Übungsplatz alle nur am “üben” sind, bzw. krankhaft versuchen, menschliche Logik auf Hunde zu übertragen und dass keiner wirklich eine Ahnung von Tierpsychologie hat. Es geht Leithunden vorwiegend um Folgendes: seine Rangordnung in “seinem Rudel” wieder herzustellen Hunde sind genial - sie machen alle das Gleiche, um sich im Rang sofort wieder über uns zu stellen, sobald wir uns (im Rang eines Welpen) wieder aufspielen und dem Hund vormachen wollen, dass wir das ganze Geschehen kontrollieren. Wichtig ist zu verstehen, dass sich Leithunde ganz anders verhalten als normale “Gefolgshunde”. Die  letzteren verzeihen uns viel mehr Fehler als eben die  Leithunde. Siehe auch die verschiedenen Hundetypen Durch unser menschliches Denken, unsere Unsicherheiten und Ängste werden wir auch  rasch manipulierbar (z.B. wenn der Hund nicht frisst). Kein Hund hört auf jemanden, der sich manipulieren, besitzen oder kontrollieren lässt...

Sitz - Gutzeli

Der Hund bemerkt sehr rasch, dass er für fast jede normale Übung regelmässig mit einem Guddeli belohnt wird. Hunde leben ja bekanntlich im “jetzt”. Wie rasch Hunde in ein “neues jetzt” wechseln können, zeigt dieses Beispiel: Wir geben dem Hund das Kommando “sitz”. Der Hund, (der ja weiss, dass anschliessend das Guddeli kommt), wechselt das “jetzt”, bzw. seine Absicht während dem Absitzen. Er sitzt noch nicht mal ganz und schon fordert er von uns das erwartete Guddeli ein. So setzt er sich gleich wieder in die bestimmende Position. Achten wir uns mal genau auf seinen dominant-fordernden Blick, so stellen wir fest, dass er uns gerade den Befehl gibt, ihm das Guddeli zu geben. Belohnen wir ihn genau in diesem Moment, so belohnen wir nicht mehr die Übung, sondern seine dominant-fordernde Haltung. Der Hund macht uns quasi zu seinem Personal. Er gibt seinem “grossen Welpen” einen Befehl und dieser führt ihn dann jedes Mal aus - ohne die Absicht des Hundes zu hinterfragen oder zu verstehen... Dies ist ein schönes Beispiel, wie rasch wir falsche Energien immer und immer wieder belohnen. Das Traurige daran ist, dass es keiner merkt... Auch bei der Fütterung muss man bei klassischer Arbeitsweise sehr aufpassen, dass wir nicht jeden Tag diese dominant-fordernde, angespannte oder aufgeregte Energie belohnen/füttern.

Ignoranz und Guddeli

In der Natur dürfen nur die Chefs ignorant sein. Würde ein Rudelmitglied einen Leithund ignorieren, so würde dieser hingehen und ihn beissen (ohne ihn zu verletzen). In gewissen Situationen (draussen) stellen wir fest, dass wir machen können, was wir wollen, der Hund würde uns nicht mit dem A.... anschauen. In der Hundeschule üben wir Blickkontakt via Gutzeli. Ein Leithund würde sich vor all den anderen Hunden nie die Blösse geben, seinen “grossen Welpen” im Rang zu würdigen, indem er ihn respektvoll in die Augen schauen würde (nicht nur ein kurzer Blickkontakt). Solche Hunde lassen sich nicht bestechen - sie zeigen uns in solchen Situationen eiskalt unseren Rang, bzw. den Ihrigen... Ein Kunde hatte mir einmal erzählt, dass er sich das Guddeli schlussendlich zwischen die Augen halten musste, weil der Hund ihn partout nicht anschauen wollte. Und dann reden wir uns dann auch noch ein, der Hund hätte uns so in die Augen geschaut...

Fuss-Laufen “üben”

Mein Hund läuft eigentlich schön Fuss. Das ist die Aussage, die ich oft höre. In der Übersetzung heisst dies, dass der Hund nur schön Fuss läuft, wenn gerade keine Konkurrenz da ist, bzw. nichts läuft, wo er sich dafür verantwortlich fühlen würde. Begegnen wir hingegen einem unausgeglichenen Hund an der Leine, so ist sofort alles wieder anders. Hundehalter sind oft verblüfft, wie rasch Hunde bei mir im “Jetzt”, bzw. innerhalb von nur wenigen Minuten schön Fuss laufen, obwohl diese teilweise schon monatelang immer wieder (erfolglos) “geübt” hatten, korrekt Fuss zu laufen. Hunde merken sofort, wenn wir nur üben, insbesondere wenn wir dann dabei noch Unsicherheiten zeigen, was anfänglich auch normal ist. Nach klassischer Methode erreichen wir (nach längerem Üben), dass der Hund gelernt hat, dass wir uns zufrieden geben, wenn er “einigermassen” im Fuss läuft, d.h. seine Nasenspitze müsste dann leicht vor unserem Knie sein, auch wenn es nur 1-2 cm sein mögen - aber sie ist vorne. Er lässt uns also nur im Glauben, wir würden Führen. Deswegen lächeln sie auch meist dabei :-)... Würden wir von ihm verlangen, dass er seine Nase 5cm weiter nach hinten nimmt, wäre dies nicht möglich, denn er hat den Führungsanspruch. Das geht dann auch nur so lange gut, bis zur nächsten (unausgeglichenen) Begegnung. In Wirklichkeit läuft der Hund nicht Fuss, sondern er respektiert, dass ich die Führungsposition einnehme, bzw. den Raum vor mir für mich beanspruche. Diese Punkt ist eines der besten Beispiele, wie mächtig uns das Beanspruchen von Räumen und die Körpersprache machen und wie wichtig korrektes Timing und souveräne Energien sind.

Kompensation menschlicher Dominanz”

Leithunde (insbesondere Zentralhunde) kompensieren jeden Akt menschlicher Dominanz, wenn der Hund uns als rangniedriger betrachtet. “Nötigen” wir unseren Leithund z.B. vor dem Fusslaufen dazu, dass er dem “grossen Welpen” einen Blick schenken muss bevor es los-geht, so kriegen wir höchstens einen knappen Blick. Oft hat er vorher schon Punkte gemacht, indem er nach links oder rechts guckt, noch rasch am Boden schnuppert, oder ein Gras frisst, etc. Bestimmen wir dann, dass es los-geht, so geht dann gleich die Nase an den Boden. So setzt sich der Hund wieder in die bestimmende Position, bzw. über uns. Achten sie mal, wie schwierig es ist, ihn davon abzuhalten, wenn er es wieder machen möchte... Voraussetzung dazu ist natürlich, dass der Hund im Fuss läuft und nicht wir (Nase nicht vor unserem Knie). Andere Kompensationen sind das Anlehnen, Anstupsen, Abschnuppern oder Ablecken (Mensch), bedrängen, sich in den Weg stellen oder liegen, uns umkreisen, Gras fressen, etc.

Pubertät des Hundes

Es mag zwar beruhigend wirken, wenn wir als Halter (eines sich plötzlich fehlverhaltenen Junghundes), damit getröstet werden, dass der Hund sich wohl gerade in der Pubertät befinden würde und dass sich dieses Verhalten dann schon von selbst wieder legen würde... Dies ist einer der grössten Trugschlüsse, die es in der Hundeerziehung überhaupt gibt. Verpasst man den Zeitpunkt und zeigt seinem Hund bei jeder noch kommenden Pubertät, dass wir Verständnis für sein dominantes Verhalten haben, so haben wir verloren. Der Hund wird immer stärker und wenn er dann ausgewachsen ist und dann irgendwann so einen kleinen aufgeregten Wuschel beisst, so wird dann das Fehl-Verhalten oft über die Rasse entschuldigt... Der Hund sollte von Anfang an, wohlwollend- konsequent geführt werden - Pubertät hin oder her Im Teil 2 geht es weiter mit folgenden Themen: das aktive und passive Kontrollverhalten klassische Hundeschule kontra-produktiv (Fortsetzung)?

Klassische Hundeschulen vs. Tierpsychologie

Letzte Änderung: 23.10.17            Copyright dog-psychology-center.ch
Vorwort Fragen rund um die Hundeerziehung Welpenspielstunde Klassische Hundeschulen und wie uns Hunde gerne überlisten
das aktive und passive Kontrollverhalten klassische Hundeschule kontra-produktiv? (Fortsetzung)
Hundeflüsterer Schulmedizinische Tierpsychologie Die Lehre der Natur
Kiro - Labi von meiner Mutter geerbt Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) Leithunde - Führung ist ALLES :-) Goliath (Alaskan Malamute) Zentralhunde unter sich... Cusco (Border), Bandit (Rumänen-Mix) und Malin (Rumänen-Mix) jähriger dt. Schäfer-Mix - Jack(y) Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) weiter zu Teil 2 Teil 3 Teil 2 Teil 1